Das Ende der Menschheit …hat begonnen (Part I)

An diesem Morgen ist alles anders. Die Sonne ist aufgegangen wie immer, gut, hinter einer grauen Wolkendecke. Und auch die Vögel zwitschern. Unterbrochen nur vom Gebimmel der Fundamentalisten. Der christlichen, nicht der islamischen. Ja, ich differenziere nicht zwischen „islamisch“ und „islamistisch“. Religiöse Vollpfosten bleiben am Ende des Tages eben religiöse Vollpfosten. Aber da sind wir noch nicht. Wir befinden uns noch am Morgen des Tages, an dem das Ende der Menschheit beginnt. Toleranz, auch in religiösen Dingen, bedeutet nicht notwendigerweise Akzeptieren, sondern eben nur – aber auch nicht weniger als – Tolerieren. Dieser Ansatz liegt der Religionsfreiheit zugrunde. Aber Menschen sind nun einmal – das wusste auch Schopenhauer – grundsätzlich miese kleine Wesen. Da wird dann gerne mit zweierlei Maß gemessen. Meine Religion ja, Deine nö. Hätte der Mensch ausreichend Grips bzw. eine entsprechende Bedienungsanleitung in der eigenen Muttersprache vorliegend (Alphabetismus vorausgesetzt), dann könnte er diesen Standpunkt einer selbstkritischen Reflexion unterziehen. Dass dies nicht der Fall ist, stellt homo sapiens in regelmäßigen Abständen auf zumindest kreative und abwechslungsreiche Weise unter Beweis (wie Sie sehen, suche ich nach Positivem!). Dann hätte sich vermutlich auch das Thema Religion weitgehend erledigt. Es würde nur noch den ihm gebührenden Platz einnehmen, die Bereiche mit einer metaphysischen Erklärung auszustatten, für die es keine wissenschaftliche Erklärung gibt. Ob die Wissenschaft uns zu unseren Lebzeiten oder jemals Antworten auf grundlegende Fragen des Universums wird liefern können, wer weiß das schon. Aber einen Rauschebart mit Harry Potter Zauberstab (nein, keine sexuelle Anspielung! Wobei man bei der katholischen Kirche nie genau weiß…) auf der siebten Wolke von Frau Holle zu platzieren, der die Welt wie einen Lichtschalter „angeknipst“ hat und dabei wissenschaftliche Fakten schamlos zu übergehen, das schafft auch nur der Mensch. Dass die Evolutionstheorie als „Theorie“ bezeichnet wird ist der wissenschaftlichen Methode geschuldet, dass es ein Erklärungsmodell für die Entstehung des Lebens ist und sie grundsätzlich als solche stets auf dem Prüfstand steht, wenn die bisherigen wissenschaftlichen Fakten durch ein neues Erklärungsmodell besser erklärt werden kann. Das bedeutet nicht, dass die Fakten falsch sind. Und die widersprechen nun einmal einer erst sechs tausend Jahre alten Welt. Und die Lücken im Erklärungsmodell machen diese „Theorie“ keinesfalls falsch. Nehmen Sie ein Puzzle mit einer bestimmten Anzahl an Einzelteilen. Die Evolutionstheorie ist dann ein zu, sagen wir, 95% fertiggestelltes Puzzle. Selbst ein Einzeller würde zustimmen, dass das Motiv des Puzzles bereits erkennbar ist und eine Berglandschaft abbildet. Es handelt sich keines Falls um ein Bobby Car. Dafür ist das Puzzle schlicht zu flach und aus dem falschen Material (also regelmäßig). Egal, der religiöse homo sapiens, wischt solche Ungereimtheiten weg und macht sich die Welt wie sie ihm gefällt. Immerhin an dieser Stelle zeigt sein Weltbild ein gewisses Maß an Kongruenz, soll doch Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen haben. Aber egal von dieser krankhaften Unterart der Homosapitis®.

Der Mensch ist stets nur auf den eigenen Vorteil bedacht, selbstgerecht und mit zweierlei Maßband ausgestattet (einmal von IKEA und das andere sicherlich nicht nach DIN genormt, sonst käme bei beidem ja das gleich raus).

So faselt die EU zum Bleistift, wie generell viele in unserer Gesellschaft, von der „westlichen Wertegemeinschaft“. Diese sei „unumstößlich“…außer es kostet uns Geld und trifft Ausländer. Also solche aus der „ehemaligen Dritten Welt“. Der geht es immer noch bescheiden, nur möchte man sie nicht länger mit diesem Begriff abstempeln. „Entwicklungsland“ heißt das nun. In Zeiten des „negativen Wachstums (sic!) fragt es sich nur, wohin die Entwicklung für diese Länder eigentlich geht. Hauptsache, die Verpackung stimmt. Kein Wunder, dass die Menschen zu uns wollen, ist bei uns doch das Paradies. Dieser Terminus dürfte nichtreligiös zu verstehen sein. Wobei einem Muslim*a*en*ist (ach was soll dieser Genderkram), Fundamentalist islamischer Prägung (mittlere Inkubationszeit und lediglich lokal letale Wirkung; Hauptverbreitungsgebiet Naher Osten), seine Ideologie auch recht schnell ablegen dürfte, wie die EU ihr unverrückbares Wertekonzept, wenn es ums Futtern geht. Das wusste auch bereits Bertolt Brecht. Aber bleiben wir in der Region: Syrien. Dass der UN-Sicherheitsrat auch heute wieder fein über die „missliche“ (kein Zitat, aber m.E. zynisch passend) Lage diskutiert hat, ohne ein Ergebnis zu erzielen, dürfte wohl unter westliche Mitmenschlichkeit fallen. In Zeiten negativen Wachstums darf man den Krieg in Syrien ruhig als Strukturreform bezeichnen. Kennzeichnend sind der Bürokratieabbau (inklusive Personal), die Bekämpfung (im Wortsinne) der Arbeitslosen, zahlreiche Bau- und Infrastrukturmaßnahmen (derzeit noch in der Phase der Abbrucharbeiten) und andauernde Gebietsreform inklusive Grenzneuziehung. An dieser Stelle sei auch lobend erwähnt, dass sich die EU im Mittelmeer für Bildungsmaßnahmen der anschwimmenden Flüchtlinge engagiert. Wer es an Land schafft, bekommt von Minister de Maizière persönlich das Seepferdchen überreicht. Damit steht einer Eingliederung dieser Asylbewerber in den Arbeitsmarkt, etwa als Bademeister oder als Minensuchschwimmer bei der Marine, nichts mehr im Wege. Westliche Werte!

Es zeigt sich, dass beim Menschen alles zum eigenen Vorteil verdreht wird. Zum vermeintlichen Vorteil. Noch so ein EU-Thema: Klimaschutz. Die Welt wird wärmer und wir heizen fröhlich weiter. Und wir verbrauchen immer mehr Ressourcen, obwohl wir damit weit über unsere Verhältnisse leben. Egal, es macht Spaß! Nicht denjenigen, die von den umweltbedingten Folgen betroffen sind, aber im Zweifel bin das ja nicht ich! Diese Kurzsichtigkeit ist der Grund, warum die Menschheit vor ihrem Ende steht. Es ist auch der Vorwurf, den wir uns zu machen haben. Grundsätzlich sind wir Menschen der Einsicht fähig, dass wir uns falsch verhalten, wenn wir fortbestehen wollen. Aber trotzdem blenden wir dies tagtäglich aus und machen weiter als gäbe es kein Morgen. Wer an dieser Stelle skeptisch wird und sich sagt „Das ist jetzt schon sehr pessimistisch! So schlimm ist es nicht“ dem sei gesagt, jop, ist ein billiger rhetorischer Kniff. Aber falsch liege ich damit m.E. nicht.

Wir befinden uns jetzt übrigens am Spätnachmittag des Endes der Menschheit. Es wird bald dunkel…

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