Pleonexie

Gier (Deutsch)
Substantiv, f
Bedeutungen:
[1] unmäßiges, maßloses Verlangen

Wiktionary.org

Schon Aristoteles betitelte die Gier als eine der drei Formen der Ungerechtigkeit. Gerechtigkeit ist eines dieser Worte, die regelmäßig aus der Phrasenkanone des politischen Berlins abgefeuert werden um Wählerstimmen zu ergattern. Das funktionierte sogar einigermaßen zuverlässig, besonders beim sozialdemokratischen Klientel. Der lange Niedergang der SPD bescheinigt allerdings: Jeder noch so zuverlässige politische Kampfbegriff verliert seine Wirkung, wenn er nicht mit Inhalt gefüllt wird. Gerechtigkeit ist kein Naturgesetz, denn Gerechtigkeit gibt es gar nicht! Erst recht nicht geschenkt, denn Gerechtigkeit ist etwas zutiefst subjektives für dessen Definition, Erreichung und Erhalt dauerhaft gekämpft werden muss. Ohne diesen ständigen Kampf ist Gerechtigkeit nur ein leeres Wort im Wind. Schaue ich in die Natur, sehe ich nichts, was dem Wort Gerechtigkeit entsprechen würde. Die Natur ist nicht gerecht. Tiere sind nicht gerecht, Bakterien sind nicht gerecht, Viren sind nicht gerecht. Nicht mal die gottverdammte Klimakatastrophe ist gerecht, sonst stünde den G8 das Wasser bis zum Hals und nicht den Malediven. Gerechtigkeit ist etwas philosophisches: „Wie wollen wir als Gesellschaft zusammen leben?“  Wobei sich da (und besonders heute) die Frage stellte, ob es so etwas wie Gerechtigkeit überhaupt gab, gibt oder geben wird. Ist der Glaube an Gerechtigkeit naiv? Ist das menschliche, mit Vernunft beschenkte Wesen in der Lage die Gier oder wenigstens den Nationalstaat zu überwinden?

Moment! Nationalstaat? Was jetzt, Gier oder Nationalstaat?

Das hat damit zu tun, dass Brüssel heutzutage gewissermaßen ein Labor ist, wie die Habsburgermonarchie vor den beiden Weltkriegen. Die war ein multiethnisches, vielsprachiges Gebilde mit gemeinsamer Verwaltung, einem gemeinsamen Markt,  einer gemeinsamen Währung, dem Gulden. Es gab eine Staatlichkeit, ohne den Anspruch, eine Nation zu werden.  Die Nationalisten haben das Gebilde zerstört. „Ich sage es brutal – die verschissenen Nationen produzierten autoritäre Systeme, Bürgerkriege, Misere, Trümmerhaufen.“

Robert Menasse – Die Hauptstadt

Ich sage: Beides. Denn hinter der Fassade eines Nationalstaates steht immer ein Konglomerat aus gut vernetzten Gierigen und denen, die dafür arbeiten (müssen) und eben jene stehen den Zielen des Umwelt- und Klimaschutzes diametral entgegen. Aber warum? Gehen wir davon aus, dass Elon Musk den Mars bis 2050 nicht bewohnbar gemacht und besiedelt hat, ist die Erde die einzig reale Alternative für unsere Spezies. Wir müssen nicht mal umziehen! Das was Arme und Reiche eint, immer und überall, sind die Grundvoraussetzungen die es zum Leben braucht. Die Reichen können sich das Leben, bis zu einem bestimmten Punkt zumindest, deutlich einfacher, abwechslungsreicher und spannender gestalten als die Armen. Das ist der fundamentalte Unterschied. Wenn die Atemluft aber zu dreckig (egal ob zu wenig Sauerstoffanteil oder zu viel giftiges, wie Schwefel, Blei und Co.) dann merken das immer die unteren 50% in deren Nachbarschaft die Industrieanlagen, Mülldeponien und Ölpipelines stehen, ABER kein Geld der Welt, wird die oberen 10% vor dieser Realität dauerhaft bewahren. Warum also stehen sie immer auf der Bremse der Klimakonferenzen? Weil ihnen die verfickte Gier und das Koks das Hirn zerfressen haben.

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