Warum zahlen wir Steuern? (1)

Steuerrecht. Dieses Ungetüm! Jede/r, die/der sich schon mal mit der eigenen Steuererklärung beschäftigt hat, weiß, welch riesiges Gebirge sich vor einem auftut. Berge von Gesetzen und Verwaltungsnormen. Es heißt, die Steuerrechtsliteratur sei mehrheitlich auf Deutsch verfasst. Bis zu 80% mitunter. Das jedoch ist eine „Mär“. Tatsächlich dürften es „nur“ etwa 10% bis 15% sein. Aber macht es das besser? Weiterlesen „Warum zahlen wir Steuern? (1)“

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The DNC – Das „C“ steht für Clinton

Nun ist es offiziell. Bei der „Democratic National Convention“, also dem Apparat der die Vorwahlen der US-Demokraten abhält um den oder die Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten/in zu nominieren, sowie ein Parteiprogramm festzugelegen, wurde bereits 2015 zu Gunsten von Hillary Rodham Clinton verschoben. Die ehemalige DNC-Vorsitzende, Donna Brazile, dazu jüngst:

„I didn’t trust the polls bc there was a lack of enthusiasm for HRC everywhere I went.“

Scheiße, was? Schön aufs falsche Pferd gesetzt! Denn sie erklärt auch, dass sie später, als HRC auf einer 9/11-Gedenkveranstaltung zusammenbrach, ihr die Nominierung nicht wegnehmen wollte, weil Sie damit die Frauen im Land desillusionieren würde. Bedeutet, dass Bernie Sanders nie eine Chance hatte, die Präsidentschaftskandidatur zu erreichen. Obwohl er innerhalb der Democratic Party der populärere Kandidat war – mit stets steigenden Tendenzen und ohne „Super-Pacs“ – also ohne monetäre Faust von Konzernen und Milliardären im Rektum. Hillary hat sich die Kandidatur erkauft und ist dann an dem milliardenschweren orangen Alientoupet aus New York City gescheitert. Die tololololollste Plutokratie Demokratie der Welt! Darüber berichtet im deutschen Blätterwald aber fast niemand. Auf der HuffPo finde ich etwas dazu.

http://www.huffingtonpost.de/news/hillary-clinton/

Fasznierend, denke ich: Vom triefenden Clickbait am 21.09. zur totalen Desillusionierung in anderthalb Monaten.

Ich sehe hier ein Problem: Wir, also die Menschen, fokussieren uns mit Vorliebe auf Symptome, statt einem Problem wirklich auf den Grund zu gehen. Im US-Wahlkampf wurde die Frau als solche vermarktet – weil Gender wirkt und so. Das ist an sich nicht grundsätzlich falsch, Gleichberechtigung allez!, aber: Das System ist korrupt. Das Kapital kauft Entscheidungsträger und beeinflusst die Gesetzgebung zu seinen Gunsten. Das hat nichts mit Männlein oder Weiblein zu tun. Es ist die Gier.

Erinnerung

Halloween, dieses alljährliche Schauspiel aus den US von A, ist auf einen Schokoladen-Magnaten namens Willy Wonka zurückzuführen. Im frühen Herbst 1948, als der geneigte US-Bürger merkte, dass Schokolade aus Kakaobohnen hergestellt wird, die, unter anderen, aus fiesen südamerikanischen Sozialistenstaaten stammten, strich er dieses widerliche Kommi-Gemüse von der Einkaufsliste. Mit der Folge, dass der US-Markt für die braune Sünde in sich zusammen brach. Um diesem plötzlichen Konsumumschwung entgegenzusteuern, erfand der gewiefte Wonka ebenjenes Halloween. Eine Nacht im Jahr, in der Dumm und Dümmer von  Haus zu Haus zu ziehen, um „Trick or Treats“ zu fordern – also auf Deutsch: Süßes sonst gibts Saures, du Otto! Saures bedeutet in diesem Kontext so viel wie: Lass den Süßkram rüberwachsen, oder ich deck‘ dir deine scheiß Bude mit alten Eiern ein, bis deine Hypothek platzt. 1949, noch vom Schwefelgestank der vorjährigen „Xmas Season“ traumatisiert, rüsteten amerikanische Hausbesitzer auf, indem Sie erst ihre Vorgärten, später, ab den  frühen ’50ern, das ganze Haus mit gruseligen Utensilien zupflasterten. Särge, Skelette, Monster, Aliens, Spinnen und Co. Eben alles, was den kleinen, eierwerfenden Plagen Angst einflößen könnte. Doch hatten Sie ihre Rechnung nicht mit dem Einfallsreichtum ebenjener Rotzlöffel gemacht, die sich unbeeindruckt vom gruseligen Brimborium und ganz im Geiste der USA im Angriff übten und seit dem als maskierte Parade des Vorhofes zur Hölle durch die Suburbs ziehen, um ihre hyperaktivitätsfördernden Treats einzufordern. Willy Wonka, geborener Hanzo aus der Präfektur Hokkaido, setzte 1956 mit einer Zuckerstange zum Seppuku an und bereitete seinem schmachvollen Leben ein Ende.

Zurecht! Denn sechzig Jahre später leben wir in einer Zeit, in der… naja… ausgewachsene Menschen, auch „Eltern“ genannt , filmen, wie sie ihren Kindern erzählen, sie hätten alle erpressten Süßigkeiten gegessen, ohne dem Kind auch nur einen Lolli übrig zu lassen. Das Ganze stellen die stolzen Eltern dann Online – inklusive dem erwartbare Geplärr und Geheule dieser Kinder – teilen es und lassen sich freudestrahlend von Dritten beklatschen. Hahahahahaha, der kleine Scheißer heult wie ein Mädchen, hahahahaha. Kuck ma Jerome-Kevin, ich hab dich nur verarscht, hahahahaaha, is‘ ja noch alles da.

Umfrage #1

Deine Landsleute sind sauer. Sie fühlen sich verraten, verkauft, abgehängt und drohen eine Rechtsradikale zur Präsidentin zu wählen. Das kannst du durch einen eigenen Wahlsieg verhindern.

Urlaubsgedanken

Es ist heiß, fast schon zu heiß. Also sitze ich im Schatten und scrolle mit dem Daumen durch das, was wir heute Timeline nennen. Ein Artikel des SPIEGEL fängt mein Interesse, ein kurzer Tap öffnet den Link und so beginne ich zu lesen, von „Streit der Ökonomen“ … „Deutschland allein zu Haus“ … „Alte Dogmen ablegen“ … „Auseinanderdriften von Einkommen“ … „Zu viele Verlierer der Globalisierung und Privatsierung“ … „die Amis, die Briten, die „Financial Times“, die Weltbank, der „Economist“, die Bank of England, bei manchen Fragen 90 Prozent der Euro-Zentralbanker, mindestens ein halbes Dutzend Nobelpreisträger, selbst konservative Ökonomen wie Kenneth Rogoff oder Charles Wyplosz, die Spanier, die Grünen, die Österreicher, die Griechen, sogar Chefs deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute sowie – Umfragen zufolge – ein Großteil jener Ökonomen, die bei uns jenseits der heiligen Orthodoxie von Sachverständigen, Bundesbank und Ifo-Institut wirken. Also eigentlich die ganze Welt. Gegen uns.“ – Also nicht gegen mich und dich, sondern gegen Schäuble und Co.. Schweiß rinnt mir die Nasenspitze hinab und landet auf meine Schoß. Ich wundere mich über die Standhaftigkeit des ewig sitzenden Mannes, der den „Deutschen Weg“ noch immer für den richtigen hält. Wie lange noch?

Ich schaue ins Grüne, zwei Fliegen streiten sich um den Titel „größte Nervensäge des Tages“: Die eine Fliege fliegt immer und immer wieder gegen die Terrassentür und erzeugt dabei ein bemitleidenswertes, dumpfes Geräusch, während sich die zweite Fliege immer wieder auf mir niederlässt, aber postwenden verjagt wird. Ich grinse in mich hinein, als ich Nr. 1 Wolfgang und Nr. 2 Martin taufe.

Das Orakel von Phili sagt…

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Die Geschichtsbücher werden Dr. Angela Merkel als die erste Bundeskanzlerin beschreiben und gleichzeitig als das Staatsoberhaupt, das die Europäische Union letztendlich gegen die Wand gelenkt hat. Allem voran ihr Umgang mit den europäischen Krisenstaaten und deren Bürgern, hat den Menschen klar gemacht, dass es in der großen Politik um das Geld der Wirtschaft geht und nicht um die Menschen, die ebenjenes erwirtschaften sollen. Aber wundert mich das? Nein, denn es ist die Folgerung aus dem neoliberalen Kapitalistentum. In einer globalisierten Welt wurde versucht, Lösungen, die früher einmal funktioniert haben mögen, wieder anzulegen. Statt neue Wege zu beschreiten, hieß es „weiter so“.  Ich möchte an dieser Stelle Jakob Augstein zitieren:

„Der deutsche Sozialstaat, die europäische Einigung, das Verhältnis zu Russland, das Parteiensystem – nichts davon ist mehr so, wie es war, als Merkel an die Macht kam. Man kann solchen Wandel für unvermeidlich halten. Dann aber taugt auch Merkel nicht als Kraft der Kontinuität.“

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