Warum zahlen wir Steuern? (II)

…ja, warum eigentlich?

Schwarz/Gel(d) macht es in NRW ja gerade mal wieder beispielhaft vor. Eine Landesregierung leistet der landesweiten Steuerhinterziehung Vorschub und scheint keinerlei Interesse an der Durchsetzung geltenden Rechts zu haben.

So wurde jetzt bekannt, dass führende Mitarbeiter des Finanzamts Wuppertal in die Privatwirtschaft wechseln.

Der Hintergrund dürfte klar sein: Schwarz/Gel(d) ist die einzige Regierungskoalition, die tatsächlich ihre zwischen den Zeilen abgegebenen Wahlversprechen einhält, nämlich Konzernen und Vermögenden ihre am Fiskus vorbeigeschleusten Profite contra legem zu erhalten; zu Lasten der Allgemeinheit. Bravo! Weiterlesen

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Deppen für Deutschland

Ich kann gar nicht so viel frühstücken, wie ich noch vor 10 Uhr brechen möchte. Mit dem Start des neuen Jahres, fallen bei den Jammerlappen für Deutschland alle Masken. Es wird offen rassistisch getwittert und gepostet, dass die Strafanzeigen nur so fliegen. Boris Beckers Sohn ist ein „kleiner Halbneger“ und Moslems sind „Arabische Barbarenhorden“. Punkt. Wohl dem, der ein geschlossenes Weltbild á la AfD hat. Wen das immer noch überrascht, der denkt auch immer noch, diese Waschlappen wären ein Alternative für unser Land. Herr, schmeiß Hirn ra! Das perfide ist, dass sich diese Heulsusen, sobald eine Reaktion,in Form von Sperren etc., auf ihre rassistische Scheiße kommt, sich wieder breit und genüßlich in der Opferrolle sulen. Wie eine kleine Wildsau – oder soll ich sagen „Sus Pott„? Weiterlesen

Gräuel

Ich öffne meine Augen, doch mehr als einen kleinen Streifen Licht können meine trüben Pupillen nicht einfangen. In dem Lichtstreif wabert die modrige Luft, die ich gezwungen bin zu atmen, angereichert mit Staub und undefinierbaren Partikeln. Überall ist Dreck. Unter mir, über mir und auf mir, in jeder Pore und Falte meines geschundenen Körpers, an dessen Schmerzen ich mich fast gewöhnt habe. Ich überlege aufzustehen, wenigstens den Kopf zu heben, doch sollte überhaupt ein neuronaler Impuls durch meine Körper geflossen sein, ist er irgendwo zwischen Rückenmark und Beinen versandet. Ich kann nicht. Angst übermannt mich. Dann fallen meine Augen zu.

Ein neuer Schmerz reisst mich aus dem Nichts. Für einen kurzen Moment gruben sich Zehen in meine Brust. Jemand ist über mich gefallen, auf mir gelandet und dann zu Boden gesackt. Nun starren wir uns gegenseitig an, bewegungsunfähig und stumm. Bevor sich ihre Augen schließen, meine ich ein kurzes, leises Brummen zu hören. Atmet sie noch? Ein Erinnerungsfetzen schießt in mein Bewusstsein: Auch ich stürzte, denn meine Beine versagten ihren Dienst – konnte mein eigenes Gewicht nicht mehr tragen.

Meine erneute einsetzende Bewusstlosigkeit realisierte ich gar nicht. Mein linkes Auge blickt immer noch auf den reglosen Körper meiner Nachbarin. Ich bin mir fast sicher, dass sie tot ist. Ich möchte sie ansprechen, anstupsen, doch meine Muskeln verweigern jegliche Bewegung. Wie ein einziger endloser Glockenschlag hält mich die pulsierende Taubheit am Boden. Wann habe ich das letzte Mal etwas getrunken? Ich weiß es nicht. Die fast vertraute Dunkelheit schlägt ihre stumpfen Krallen in meinen Geist.

 

Um mich herum ein Gewühl von gesichtslosen Gestalten. Meine Sinne sind geschärft. Jedes Geräusch gräbt sich in mich und scheint mich zu spalten wie der Blitz den Baum. Jeder Lichtimpuls erzwingt ein retinales Feuerwerk aus weißem Schmerz. Der Gestank brennt sich durch meine verstopften Atemwege. Der Boden ist trügerisch warm, mir wird heiß, dann kalt, dann wieder heiß. Das unruhige Gemurmel um mich herum wird lauter. Sieht mich niemand?

Das dumpfe Dröhnen findet ein abruptes Ende. Ich kann den Lichtstreif nicht finden, das Schwarz ist vollkommen. Ich atme langsam ein. Die Angst weicht von mir. 

Zweitausendsiebenzehn

Erinnern Sie sich an das Jahr 2007? Damals krachte die Weltwirtschaft in sich zusammen – wegen der Subprime-Krise, unter anderem. Vorher hatten sich US-Banken mit faulen US-Immobilienkrediten vollgesogen (bedeutet, dass hier wahllos Kredite vergeben wurden, um den American-Dream am Leben zu halten). Diese Kredite wurden dann hübsch in Fonds verpackt und verkauft, bis keiner mehr wusste, was, wer, wo, wie verpackt und verscherbelt und somit diese „toxischen Papiere“ selbst gekauft hatte, genial!!! Zwischenergebnis: Keine Bank traute der anderen über den Weg, wodurch die Kreditvergabe zwischen den Banken auf nahe Null sank und der ganze Schlamassel begann. In Deutschland haben wir dadurch gelernt, dass nicht nur der HSV nicht mit Geld umgehen kann, sondern auch die HSH. Oder die Hypo Real Estate. Oder die Bayern LB. Oder die WestLB. Etc. pp.

Nun darf ich Ihnen mitteilen, dass die Verschuldung der US-Haushalte wieder über dem Stand von 2007 liegt. Innerhalb der vergangenen 12 Monate hat sich der Schuldenstand um 500 Milliarden, auf 12,8 Billionen, erhöht (+4,1%). Ich spreche hier von privaten Schulden – Kreditkarten, Haus- oder Autokredite usw.. Bedeutet: Jeder US-Amerikaner hat im Schnitt 1.550 $ Schulden angehäuft – in den vergangenen 365 Tagen. Bei einem pro Kopf BIP von 57.300 $ hat jeder 39.700 $ Schulden und müsste, um diese abzuzahlen, 8,3 Monate arbeiten. Nun gibt es einige wenige, die brauchen gefühlte 3,4 Stunden um diese knapp 40.000 $ zu erwirtschaften – die haben i.d.R. aber keine Schulden sondern sitzen auf einem fetten virtuellen Berg aus Geld. Auf der anderen Seite gibt es eine stetig wachsende Zahl, die an der US-Wohlstandsmaschinerie nicht (mehr) teilnehmen – hier sollten die 8,3 Monate um ein vielfaches überschritten werden. Yeay!

„Michael Lebowitz, the cofounder of the market-analysis firm 720 Global, says the US economy is already dangerously close to the edge.“

und der IWF fand heraus:

„high debt levels tend to make economic downturns deeper and more prolonged.“

Es wird noch witziger. US-Banken sind ja lernfähig. Also schreiben sie sich  in die AGB’s, dass der Kunde König ist eventuelle Streitigkeiten durch ein Schiedsverfahren beilegen muss. Das hatte die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB zwar blockiert, der US-Senat  hat diese Blockade aber nun mit 51/50 Stimmen gekillt. Kurz: Nix Gericht und somit auch nix mehr Sammelklage. Für die Deutschen unter uns: „Eine Sammelklage ist eine  zivilrechtliche Klage, die im Falle ihres Erfolgs nicht nur dem Kläger Ansprüche verschaffen, sondern jeder Person, die in gleicher Weise wie der Kläger betroffen ist – unabhängig davon, ob sie selbst geklagt hat. Verbraucher profitieren von dieser Regelung, weil sie Geld erstattet bekommen können, ohne ein eigenes kostspieliges Verfahren führen zu müssen. Innerhalb einer Demokratie, also ein adäquates Mittel um eine große Gruppe gegen dunkle Machenschaften zu stärken.“

Somit stehen US-amerikanische Bankkunden nun noch eine Stufe unter deutschen VW-Kunden. Also irgendwo zwischen Softwareupdate und vollkommen am Arsch.

Der Chef-Lobbyist der US-Banken nennt das ganze

„Today’s vote puts consumers first rather than class-action lawyers“

Weil das ja klar ist! Same same but different. And still same!

Ich sage mal, dass die US-Banken für das, was da kommen mag gerüstet sind. Haha, this is going to be awesome!

 

Vom Tag der Deutschen Zwietracht nach Utopia

Knapp eine Woche nach der 19. Bundestagswahl jährt sich der Tag der Deutschen Einheit zum 27. Mal. Wie soll man darauf reagieren, nach diesem Wahlergebnis und den nicht enden wollenden Ansagen der Union, man solle doch gefälligst wieder nach rechts rücken. Etwa dieser CDU-Tillich, der der AfD nachplappert, dass Deutschland Deutschland bleiben muss – weil die Leute das nun mal so wollen und:

Stanilslaw Tillich, CDU, Ministerpräsident Sachsen: "Wir haben Platz gelassen recht von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr fürwählbar gehalten."

Statt den ernsthaften Versuch zu starten die Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu führen, will Herr Tillich also nach rechts rücken? Was. Ist. Das. Für. Ein. Scheiß. Signal? Fun Facts: Tillich ist sorbischer Abstammung. Und nach, ich nenne es mal „zweifelhafter“, Karriere in der Ost-CDU, kümmerte er sich ab 1990 innerhalb der CDU um die Belange ebenjener Ethnie. Herr Tillich spricht, neben Obersorbisch, Deutsch und Polnisch, auch Englisch, Französisch und Tschechisch. Sein Bundesland, dem er seit 2008 vorsteht, hat die geringste pro Kopf Verschuldung, seit seinem Amtsantritt hat sich der Schuldenstand gar halbiert – auf den Kopf gefallen ist der Mann also nicht. Im Fach Geschichte weist er allerdings arge Defizite auf – anders kann ich mir nicht erklären, dass ein Sorbe den AfD-Rassisten entgegenkommen will. Weiterlesen

Ist der Homo Economicus zu dumm für die Demokratie, oder schlicht zu faul?

cheap labor

Nach dem Wahlsonntag zunächst die guten Nachrichten:

1.) 76,2% Wahlbeteiligung (2013: 71,5% & 2009: 70,8%)

2.) Die SPD geht in die Opposition und bewahrt uns vor einer „Oppositionsführerin“ namens AfD

3.) Der Linksableger der AfD in Bayern, CSU, verliert 10,5% der Zweitstimmen

4.) Die NPD fällt unter 0,5% und somit aus der Parteienfinanzierung heraus

Nun die schlechten Nachrichten:

1.) 76,2% ist der drittschlechteste Wert seit 1949

2.) Die SPD geht vier Jahre zu spät in die Opposition

3.) Die bayerische CSU hat eine „offene rechte Flanke“ und wird auch im 19. Deutschen Bundestag sitzen

4.) Die erhöhte Wahlbeteiligung hilft eigentlich nur den Blaufaschisten

5.) Wie weite Teile in der CDU, leidet auch Norbert „Kein Votum für einen Regierungswechsel“ Lammert unter akutem Realitätsverlust

6.) Die SPD-Spitze ist immer noch nicht zurückgetreten

Wahltag

Der Sonntag startete überraschend freundlich. Die Sonne schien, es war angenehm warm. Noch vor 11 Uhr machte ich mich auf in mein Wahllokal und stellte dort müde Gesichter und gähnende Leere fest. Gut, „ist ja nicht mal 11 Uhr“ dachte ich mir, legte meinen Rucksack ab und setzte mich in meine Wahlkabine. „Bleistift?!?“ schoss es mir durch den Kopf, als ich den kleinen Schreibhelfer, der hilflos an einer Kordel baumelte, fokussierte. „Warum nimmt man diese vorsintflutliche Möglichkeit einer Wahlmanipulation in Kauf? Sind die Kuli-Preise an den Butter-Preis gekoppelt und somit unerschwinglich?“ (In dem Fall kann gerne ein paar tausend „Give-Aways“ aus der Firma mitbringen – wir schwimmen in Kulis! Es soll Kolleginnen geben, die Ihre Sprösslinge morgens im Kuli-Bad abgeben) Verstanden habe ich das bis heute nicht. Auch der Bundeswahlleiter konnte oder wollte mir keine zufriedenstellende Antwort geben.

Snap8

Also kramte ich meinen Kuli aus dem Rucksack, setzte meine beiden antifaschistischen Kreuze, grüßte die Wahlhelfer und zog von dannen.

18:00 Uhr. Mit einem befreundeten Pärchen und einem halben Kühlschrank voll Gerstensaftschorle öffne ich den ZDF-Livestream und bekomme dort keinen Big Bang, nicht mal eine Überraschung vorgetragen, leider. Es ist also von nun an zu befürchten, dass die AfD die Regierenden direkt vor sich her treibt, statt via BILD, Spiegel, Focus und Co. Einzig die unverzügliche Oppositionsansage der ehemaligen SPD bereitet an diesem Abend ein Silver-Lining Moment. *plopp* Das erste Helle muss herhalten. Es ist 18:09 Uhr.

„Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.“

Nico Semsrott

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Wahlkampf für den rechten Rand

Sollte man längere Zeit verreist gewesen oder im Koma gelegen haben, reibt man sich dieser Tage wohl verwundert die Augen. Was hier mittlerweile alles möglich ist, um den Blaufaschisten* irgendwie das Wasser abzugraben – In Hamburg werden zwei flaschenwerfende Kids zu drakonischen Haftstrafen verknackt. Respekt, Rechtsstaat – du hast ja doch Mittel und Wege?! Und das ganz ohne Gesetzesänderungen? Warum klappt das nicht überall? Und warum setzt du einen dicken stinkenden Haufen auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit? Teenies zu knapp zweieinhalb Jahren Haft verurteilen, weil sie (angeblich) eine Glasflasche auf einen vollgepanzerten Polizist geworfen haben? Gut, Gewalt lehne ich grundsätzlich ab – aber darf ich noch mal auf die Verhältnismäßigkeit hinweisen? Oder auf Artikel 3.(3):

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Auf der anderen Seite des politischen Beckens wird – nahe zu zeitgleich – ein neunfach vorbestrafter, rotzbesoffenener Hooligan, der am Rande einer PEGIDIOTEN™-Demo einem RT-Kameramann (Witz komm raus) den Schädel brach, zu 15 Jahren Knast verurteilt… Haha, kleiner Scherz von mir: zu 4.950 EUR Geldstrafe verurteilt. Er musste dafür nur ein Geständnis ablegen und reue zeigen.

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