Kommentar: Wer wir sein wollen

Okay, ich gebe es zu: Ich war nie auf einer Wellenlänge mit CDU/CSU und obwohl ich vor vielen Jahren den Jusos beigetreten bin, könnte mir die ehem. SPD heute nicht ferner liegen. Beide Volksparteien sind für mich schlicht nicht wählbar. Während einzelne Individuen in der ehem. SPD versuchen Gesicht und Haltung zu wahren,  bringen mich die „Christ“-Demokraten  regelmäßig aus der Fassung. Ich weiß nicht, ob die Parteibeitrittsformulare generell im Vollsuff unterzeichnet werden, aber etwas „christliches“ im Sinne von Nächstenliebe und Co. kann ich bei den öffentlichen Äußerungen von Parteimitgliedern nicht entdecken. Mir scheint fast die Damen und Herren haben einen Wettkampf in „wer bekommt den größten Shitstorm“. Klöckner, Spahn, Tauber, de Maiziere, Kauder, Öttinger, es vergeht kein Tag an dem sie sich menschlich und/oder fachlich für ein politisches (Spitzen-)Amt disqualifizieren. Weiterlesen „Kommentar: Wer wir sein wollen“

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Halte ein, du Tor!

In der Firma in der ich Arbeite, beschäftigt sich eine Kollegin derzeit mit dem Versand von „Give Aways“ in Form von Kugelschreibern und anderen entbehrlichen Gadgets zu u.a. chinesischen Kunden. Während ich mir also die Boxen und den beinhalteten röhrenförmigen Plastikmüll anschaue, fällt mir ein kleiner aber wohlvertrauter Satz auf:

Made in China.

Heureka!

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Der Pessimismus der „jungen Leute“.

Ich bin ich gerade über ein Interview im SZ-Magazin „Jetzt“ gestolpert:

Ministerin für Arbeit und Soziales , Andrea Nahles, parliert über die „Arbeitswelt der jungen Menschen“ und der Catcher für diese Story hat mich tatsächlich gefangen, schön reisserisch – dachte ich. Und bestimmt mal wieder aus dem Zusammenhang gerissen – dachte ich: „Was ich bei jungen Leuten nicht mag, ist dieser Pessimismus.“

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Ben Carson

Ben „forceps“ Carson, wurde September 18th, 1951 als Nachfahre „freiwilliger Einwanderer“ in einem Detroiter Ghetto auf die Welt gesogen. Keine 66 Jahre später, glänzt er mit derlei Aussagen:
„Da waren andere Einwanderer, die im Bauch von Sklavenschiffen hierhin kamen, sogar länger arbeiteten, sogar härter für weniger“, sagte Carson, […] Auch diese Menschen hätten „einen Traum“ gehabt, dass ihre Nachkommen nach „Wohlstand und Glück in diesem Land“ streben, sagte Carson. „Das ist Amerika: ein Land der Träume und Chancen.“
Länger und härter, für weniger!? Streben nach Wohlstand und Glück!? Ja, der Mann sprach über afrikanische Sklaven, die in die USA „immigriert“ sind. Eigentlich könnte ich den Blog-Post nun beenden und dieses Zitat für sich wirken lassen.

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WikiLeaks gefährdet die Sicherheit, Klappe die Neunte!

…und Action!  …seriously?!

„Dieser Teil der Leaks könnte auch die deutschen Technologiekonzerne übel treffen. Sie müssen jetzt die Potentiale einschätzen und innerhalb kürzester Zeit hochsolide Sicherheitskonzepte für betroffene Technologiezweige entwickeln. Ein Prozess, der normalerweise Jahre dauern dürfte und für den ohnehin schon wenig Toleranz oder Geld vorhanden ist. Innovationen in den Feldern „Smart Car“ oder „Industrie 4.0“ könnten mit den Leaks um Monate, wenn nicht Jahre zurückgeworfen werden. Das ist nicht zuletzt deshalb so, da die Zulassungsbehörden und Versicherer auf das Material reagieren müssen.“ (FAZ vom 9. März 2017)

Wahnsinn! Welch kognitive Glanzleistung. Da verzichtet eine ganze Industrie auf ausreichende Sicherheitsmaßnahmen in dieser tollen neuen IT-Welt. Hauptsache dieser Fortschritt macht das Leben bequemer! Und die Risiken werden einfach mal unbeachtet unter den Teppich gekehrt. Nachdem nun diese Schwachstellen von Geheimdiensten gesammelt wurden, um damit möglicherweise im Konfliktfall, auch einen ausgedehnten Cyber-Krieg beginnen zu können, und diese Schwachstellen nun durch WikiLeaks veröffentlicht wurden, ist der Aufschrei groß, diese Veröffentlichung gefährde die Sicherheit! Daher nochmal meine Frage: Ernsthaft? Weiterlesen „WikiLeaks gefährdet die Sicherheit, Klappe die Neunte!“

Abgesang

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.

Freude. Hoffnung. Elysium.

Man möchte meinen im Entstehungsjahr der Ode, 1785, flogen Brathähnchen und gebackene Tauben in die Münder der zeitgenössischen Dichter und Denker. Ein Text, der mit derartiger Inbrunst die Schöpfung und das Leben feiert, muss doch aus einer Zeit der Füllhörner von Nektar und Ambrosia stammen. Eher nicht. Ob die prärevolutionäre Euphorie der 1780er Jahre allein für derartige Höhenflüge Friedrich Schillers verantwortlich waren, oder ob andere Substanzen im Spiel waren, ist nicht überliefert. Wie dem auch sei, der Herr und Schöpfer der bedichteten [männlichen] Schöpfung, war wohl weniger amüsiert und schickte einen, geschätzt 4.500.000.000 Jahre alten, Chondrit gen Erde, auf dass er Schillers Haupte treffe und er derlei Unfug zukünftig unterlassen möge. Freude – pfff! Leider schien auch der Vater Aller zu viel vom Nektar genascht zu haben – er verfehlte sein Ziel. Statt diesem Spötter die Hirnplatte in die tiefer Gefilde seiner Biomasse zu drücken,

„schlug der Meteorit in einen Ziegelstadel ein, der mit einer kleinen Ziegelei verbunden war. Ein Knecht schnitt im Stadel Stroh, als er einen Donner hörte. Er lief zur Tür und sah einen Stein herabfallen, der zwei bis drei Meter entfernt von der Ziegelhütte niederging. Der Stein zerschmetterte die dick unter Schnee begrabenen, fertig gestapelten Ziegel. Der Knecht musste ihn abkühlen lassen, bis er ihn halten konnte. Nach Begutachtung und ausführlicher Beschreibung des Falles durch den Eichstätter Physiklehrer Ignaz Pickel wurde der Meteorit noch 1785 in Teile zerschlagen und in der ganzen Welt verteilt. Die größten, heute noch erhaltenen Stücke befinden sich in Wien (123 Gramm), Zürich (106 Gramm), Gifhorn (73 Gramm) und London (43 Gramm). Die restlichen 23 Exemplare bringen zusammen nur 133 Gramm auf die Waage und sind unter anderem in Paris, New York, Cambridge, Stockholm, Prag und Kalkutta aufbewahrt.“

Da haben wir es, Schiller hat die Globalisierung eingeleitet; mit seiner verdammten Ode an die gottverdammte Freude.

Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.

Dabei hatte uns fehlgeleitete Menschen Jehova eigens aus dem Paradies verbannt und nun sinnierte dieser nichtsnutzige Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker über Freude?! Mögen Olivin, Pyroxen und Plagioklas diesen Frevler zum Verstummen bringen! Gut, auf gefühlte 70.000.000.000.000 km Entfernung kann man sein Ziel schon mal verfehlen. Der Einschlag, gute 300 km Süd-Südwestlich von Schillers Aufenthaltsort Gohlis, war auf diese Distanz also eine reife Leistung, besonders wenn man die damaligen zur Verfügung stehenden Mittel betrachtet! Da war nix mit „eben mal durchs Hubble schauen“, nicht mal ein Feldstecher war griffbereit. El Olam hatte also siegessicher über den dicken, gelben Daumen gepeilt und versagt. Aus lauter Verzweiflung über diesen Faux-Pas, stürzte er sich in eine Jahrtausende währende „Meditation der Raute“, die noch heute anhält und eine wachsende Zahl an Nachahmern findet.

Bildergebnis für simpsons gott
The Simpsons, Fox Broadcasting Company

Wo war ich stehengeblieben? Globalisierung! Gut, wir kennen nun den Schuldigen und wissen, dass sich Dr. M. göttlicher Mächte bedient, aber wozu das alles?

Weiterlesen „Abgesang“