Niederlage

Dies ist das Eingeständnis einer Niederlage.

Der Idealismus hat versagt; die Bequemlichkeit hat den Sieg an allen Fronten errungen. Nichts bleibt, außer unserem eigenen Versagen.

Ich klage uns alle an, nicht das getan zu haben, was erforderlich gewesen wäre, um das Leben an sich zu erhalten. Um des eigenen Vorteils willen, haben wir unsere Lebensgrundlagen rücksichtlos ausgebeutet. Statt aber unser Fehlverhalten anzuerkennen und den Kurs zu korrigieren halten wir uns die Augen und Ohren zu und singen laut den Titelsong zu „La la Land“.

Jetzt ist es zu spät; die Niederlage unabwendbar. Der Mensch hat versagt und muss nun aus dem Hier und Jetzt weichen. Hurrikan Irma war nur ein Vorbote der Vollstreckung des Urteils, das wir über uns selbst gebracht haben.

Aber verzaget nicht, Ihr Kinderlein, denn Gott, der Alexander Dobrindt und Alexander Gauland nach seinem Ebenbilde schuf, wird uns alle retten und jeden und jede mit Amazon Prime und Netflix auf eine iCloud im Himmelreich für alle Ewigkeit verbannen…

In diesem Sinne und gegen den (hypothetischen)  Willen von Harald Juhnke: O-Zapft ist ab sofort das ganze Jahr, also auch für Amateure, und die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für sämtliche Gelage!

Cheers!

http://nymag.com/daily/intelligencer/2017/07/climate-change-earth-too-hot-for-humans.html

 

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Hassliebe

Hallo Internet,

ich bin es, Philipp. Wir kennen uns seit fast 20 Jahren, die rosarote Brille hat lange gehalten. Du bist einmalig! Ein modernes Weltwunder. Aber… heute will ich dir sagen, dass ich dich hasse. Abgrundtief. Guck nicht so, du ahnst doch selbst warum das so ist – oder? Ich meine… es liegt auf der Hand – du passt nicht zu mir!

Ich hasse dich, weil du es ermöglichst, dass niemand mehr pünktlich sein muss oder will – er/sie kann ja eine Entschuldigung-Verspätungsnachricht senden. Via dich, via Internet.

Ich hasse dich, weil du die Kakophonie des 21. Jahrhunderts transportierst. Weil du jedem Menschen, der auch nur eine simple E-Mailadresse besitzt ein Megaphon an die virtuelle Kauleiste transplantierst.

Ich hasse dich, weil du nahezu alles so viel einfacher gemacht hast, dass wir gar nicht bemerken, dass es zu einfach ist, um gut, um nachhaltig zu sein.

Ich hasse dich, weil du ein vielfaches mehr an schlechten Nachrichten, Hass & Ausgrenzung transportierst als Austausch, Wissen & Liebe.

Ich hasse dich, weil du es fertig bringst, dich als totales Überwachungsinstrument missbrauchen zu lassen.

Ich hasse dich, weil die Abgründe, die du offenbarst unendlich sind.

Ich hasse dich, weil ich Hass ablehne – du ihn aber in mir weckst.

Liebes Internet,

du bist gar nicht das Problem. Wir sind es – du bist nur das Medium.

In Liebe

Philipp

Wahlkampf für den rechten Rand

Sollte man längere Zeit verreist gewesen oder im Koma gelegen haben, reibt man sich dieser Tage wohl verwundert die Augen. Was hier mittlerweile alles möglich ist, um den Blaufaschisten* irgendwie das Wasser abzugraben – In Hamburg werden zwei flaschenwerfende Kids zu drakonischen Haftstrafen verknackt. Respekt, Rechtsstaat – du hast ja doch Mittel und Wege?! Und das ganz ohne Gesetzesänderungen? Warum klappt das nicht überall? Und warum setzt du einen dicken stinkenden Haufen auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit? Teenies zu knapp zweieinhalb Jahren Haft verurteilen, weil sie (angeblich) eine Glasflasche auf einen vollgepanzerten Polizist geworfen haben? Gut, Gewalt lehne ich grundsätzlich ab – aber darf ich noch mal auf die Verhältnismäßigkeit hinweisen? Oder auf Artikel 3.(3):

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Auf der anderen Seite des politischen Beckens wird – nahe zu zeitgleich – ein neunfach vorbestrafter, rotzbesoffenener Hooligan, der am Rande einer PEGIDIOTEN™-Demo einem RT-Kameramann (Witz komm raus) den Schädel brach, zu 15 Jahren Knast verurteilt… Haha, kleiner Scherz von mir: zu 4.950 EUR Geldstrafe verurteilt. Er musste dafür nur ein Geständnis ablegen und reue zeigen.

Weiterlesen „Wahlkampf für den rechten Rand“

Urlaubsgedanken

Es ist heiß, fast schon zu heiß. Also sitze ich im Schatten und scrolle mit dem Daumen durch das, was wir heute Timeline nennen. Ein Artikel des SPIEGEL fängt mein Interesse, ein kurzer Tap öffnet den Link und so beginne ich zu lesen, von „Streit der Ökonomen“ … „Deutschland allein zu Haus“ … „Alte Dogmen ablegen“ … „Auseinanderdriften von Einkommen“ … „Zu viele Verlierer der Globalisierung und Privatsierung“ … „die Amis, die Briten, die „Financial Times“, die Weltbank, der „Economist“, die Bank of England, bei manchen Fragen 90 Prozent der Euro-Zentralbanker, mindestens ein halbes Dutzend Nobelpreisträger, selbst konservative Ökonomen wie Kenneth Rogoff oder Charles Wyplosz, die Spanier, die Grünen, die Österreicher, die Griechen, sogar Chefs deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute sowie – Umfragen zufolge – ein Großteil jener Ökonomen, die bei uns jenseits der heiligen Orthodoxie von Sachverständigen, Bundesbank und Ifo-Institut wirken. Also eigentlich die ganze Welt. Gegen uns.“ – Also nicht gegen mich und dich, sondern gegen Schäuble und Co.. Schweiß rinnt mir die Nasenspitze hinab und landet auf meine Schoß. Ich wundere mich über die Standhaftigkeit des ewig sitzenden Mannes, der den „Deutschen Weg“ noch immer für den richtigen hält. Wie lange noch?

Ich schaue ins Grüne, zwei Fliegen streiten sich um den Titel „größte Nervensäge des Tages“: Die eine Fliege fliegt immer und immer wieder gegen die Terrassentür und erzeugt dabei ein bemitleidenswertes, dumpfes Geräusch, während sich die zweite Fliege immer wieder auf mir niederlässt, aber postwenden verjagt wird. Ich grinse in mich hinein, als ich Nr. 1 Wolfgang und Nr. 2 Martin taufe.

Nachtrag: Wer wir sein wollen

Deutsche Klimaziele nur noch mit Liste des Schreckens erreichbar

Aha. Notwendige Veränderungen werden uns als „Liste des Schrecken“ verkauft. Dazu eine Frage: Wie soll man irgendeine Hoffnung auf Besserung konservieren, wenn so mit diesem Thema umgegangen wird?

By the way offenbart das ganze die widerliche Bigotterie der letzten 18 Stunden. Ein Jonald T. Dump wird medial und politisch zerrissen, weil er tut was er immer angekündigt hat – einen großen Haufen auf den Klimaschutz setzen! Unsere Bundesregierung sonnt sich derweil im Lichte des Pariser Klimaschutzabkommens, versagt bei der Umsetzung aber auf ganzer Linie – wo wir wieder bei den Wirtschaftsinteressen sind, die über allem stehen.

Es gibt Tage, da kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.

Adieu

Kommentar: Wer wir sein wollen

Okay, ich gebe es zu: Ich war nie auf einer Wellenlänge mit CDU/CSU und obwohl ich vor vielen Jahren den Jusos beigetreten bin, könnte mir die ehem. SPD heute nicht ferner liegen. Beide Volksparteien sind für mich schlicht nicht wählbar. Während einzelne Individuen in der ehem. SPD versuchen Gesicht und Haltung zu wahren,  bringen mich die „Christ“-Demokraten  regelmäßig aus der Fassung. Ich weiß nicht, ob die Parteibeitrittsformulare generell im Vollsuff unterzeichnet werden, aber etwas „christliches“ im Sinne von Nächstenliebe und Co. kann ich bei den öffentlichen Äußerungen von Parteimitgliedern nicht entdecken. Mir scheint fast die Damen und Herren haben einen Wettkampf in „wer bekommt den größten Shitstorm“. Klöckner, Spahn, Tauber, de Maiziere, Kauder, Öttinger, es vergeht kein Tag an dem sie sich menschlich und/oder fachlich für ein politisches (Spitzen-)Amt disqualifizieren. Weiterlesen „Kommentar: Wer wir sein wollen“

Halte ein, du Tor!

In der Firma in der ich Arbeite, beschäftigt sich eine Kollegin derzeit mit dem Versand von „Give Aways“ in Form von Kugelschreibern und anderen entbehrlichen Gadgets zu u.a. chinesischen Kunden. Während ich mir also die Boxen und den beinhalteten röhrenförmigen Plastikmüll anschaue, fällt mir ein kleiner aber wohlvertrauter Satz auf:

Made in China.

Heureka!

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