Warum zahlen wir Steuern? (1)

Steuerrecht. Dieses Ungetüm! Jede/r, die/der sich schon mal mit der eigenen Steuererklärung beschäftigt hat, weiß, welch riesiges Gebirge sich vor einem auftut. Berge von Gesetzen und Verwaltungsnormen. Es heißt, die Steuerrechtsliteratur sei mehrheitlich auf Deutsch verfasst. Bis zu 80% mitunter. Das jedoch ist eine „Mär“. Tatsächlich dürften es „nur“ etwa 10% bis 15% sein. Aber macht es das besser? Weiterlesen „Warum zahlen wir Steuern? (1)“

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Rant: Die Schweineartigen

Rant:

To talk agressivly about somthing. or to take your own tangent about a subject and talk for a long time in a passionate manner.

Schweineartige:

Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Schweineartige (Suina)
Familie: Echte Schweine (Suidae)
Gattung: Sus

Eine kleine Exkursion in die Zoologie: Grundkonzept der zoologischen Systematik nach Carl von Linné, ist „die typologische Definition der Art, das heißt die Reduzierung der Merkmalsfülle auf einige wenige Schlüsselmerkmale und die Abstrahierung von den Variationsmöglichkeiten innerhalb einer Art auf einen Typus. Seine Gruppierung spiegelte für die niedrigen Taxa wie Art und Gattung durchaus ein natürliches System wider. Doch hatte auch Linné bereits erkannt, dass seine Einteilung für höhere Taxa aufgrund der recht willkürlichen Kriterien ein künstliches System blieb. Denn bei alledem ging Linné von der Unveränderlichkeit der Arten aus und beabsichtigte nicht, ein phylogenetisches System zu schaffen. Dieses bot dann später erst Begründung und Maßstab für die Natürlichkeit des Systems.“ Verstanden? Nein? Gut! Ich breche es auf einen einfachen Nenner herunter:

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Abgesang

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.

Freude. Hoffnung. Elysium.

Man möchte meinen im Entstehungsjahr der Ode, 1785, flogen Brathähnchen und gebackene Tauben in die Münder der zeitgenössischen Dichter und Denker. Ein Text, der mit derartiger Inbrunst die Schöpfung und das Leben feiert, muss doch aus einer Zeit der Füllhörner von Nektar und Ambrosia stammen. Eher nicht. Ob die prärevolutionäre Euphorie der 1780er Jahre allein für derartige Höhenflüge Friedrich Schillers verantwortlich waren, oder ob andere Substanzen im Spiel waren, ist nicht überliefert. Wie dem auch sei, der Herr und Schöpfer der bedichteten [männlichen] Schöpfung, war wohl weniger amüsiert und schickte einen, geschätzt 4.500.000.000 Jahre alten, Chondrit gen Erde, auf dass er Schillers Haupte treffe und er derlei Unfug zukünftig unterlassen möge. Freude – pfff! Leider schien auch der Vater Aller zu viel vom Nektar genascht zu haben – er verfehlte sein Ziel. Statt diesem Spötter die Hirnplatte in die tiefer Gefilde seiner Biomasse zu drücken,

„schlug der Meteorit in einen Ziegelstadel ein, der mit einer kleinen Ziegelei verbunden war. Ein Knecht schnitt im Stadel Stroh, als er einen Donner hörte. Er lief zur Tür und sah einen Stein herabfallen, der zwei bis drei Meter entfernt von der Ziegelhütte niederging. Der Stein zerschmetterte die dick unter Schnee begrabenen, fertig gestapelten Ziegel. Der Knecht musste ihn abkühlen lassen, bis er ihn halten konnte. Nach Begutachtung und ausführlicher Beschreibung des Falles durch den Eichstätter Physiklehrer Ignaz Pickel wurde der Meteorit noch 1785 in Teile zerschlagen und in der ganzen Welt verteilt. Die größten, heute noch erhaltenen Stücke befinden sich in Wien (123 Gramm), Zürich (106 Gramm), Gifhorn (73 Gramm) und London (43 Gramm). Die restlichen 23 Exemplare bringen zusammen nur 133 Gramm auf die Waage und sind unter anderem in Paris, New York, Cambridge, Stockholm, Prag und Kalkutta aufbewahrt.“

Da haben wir es, Schiller hat die Globalisierung eingeleitet; mit seiner verdammten Ode an die gottverdammte Freude.

Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.

Dabei hatte uns fehlgeleitete Menschen Jehova eigens aus dem Paradies verbannt und nun sinnierte dieser nichtsnutzige Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker über Freude?! Mögen Olivin, Pyroxen und Plagioklas diesen Frevler zum Verstummen bringen! Gut, auf gefühlte 70.000.000.000.000 km Entfernung kann man sein Ziel schon mal verfehlen. Der Einschlag, gute 300 km Süd-Südwestlich von Schillers Aufenthaltsort Gohlis, war auf diese Distanz also eine reife Leistung, besonders wenn man die damaligen zur Verfügung stehenden Mittel betrachtet! Da war nix mit „eben mal durchs Hubble schauen“, nicht mal ein Feldstecher war griffbereit. El Olam hatte also siegessicher über den dicken, gelben Daumen gepeilt und versagt. Aus lauter Verzweiflung über diesen Faux-Pas, stürzte er sich in eine Jahrtausende währende „Meditation der Raute“, die noch heute anhält und eine wachsende Zahl an Nachahmern findet.

Bildergebnis für simpsons gott
The Simpsons, Fox Broadcasting Company

Wo war ich stehengeblieben? Globalisierung! Gut, wir kennen nun den Schuldigen und wissen, dass sich Dr. M. göttlicher Mächte bedient, aber wozu das alles?

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Grüße, Fremde!

Pessimistische Grüße an die lieben Leserinnen und Leser an den Empfangsgeräten,

er, bzw. ich – also wir – begrüßen euch herzlich auf unserem Blog. Inspiriert vom täglichen  Trott des Lebens, dem Wahnsinn als Triebfeder der politischen & gesellschaftlichen  Denke; etikettiert von Schopenhauer’s Stachelschweinen.

Zwei Misanthropen im fortgeschrittenen bzw. Endstadium (was die aufkommende Schizophrenie erklärt) kommentieren Themen, die sie bewegen.
Hier verbalvomieren Philipp & Philipp. Kurz: Philipp

 

 

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Die Stachelschweine

„So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.“ 

Arthur Schopenhauer, Hystrix Cristatae, 1851

The DNC – Das „C“ steht für Clinton

Nun ist es offiziell. Bei der „Democratic National Convention“, also dem Apparat der die Vorwahlen der US-Demokraten abhält um den oder die Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten/in zu nominieren, sowie ein Parteiprogramm festzugelegen, wurde bereits 2015 zu Gunsten von Hillary Rodham Clinton verschoben. Die ehemalige DNC-Vorsitzende, Donna Brazile, dazu jüngst:

„I didn’t trust the polls bc there was a lack of enthusiasm for HRC everywhere I went.“

Scheiße, was? Schön aufs falsche Pferd gesetzt! Denn sie erklärt auch, dass sie später, als HRC auf einer 9/11-Gedenkveranstaltung zusammenbrach, ihr die Nominierung nicht wegnehmen wollte, weil Sie damit die Frauen im Land desillusionieren würde. Bedeutet, dass Bernie Sanders nie eine Chance hatte, die Präsidentschaftskandidatur zu erreichen. Obwohl er innerhalb der Democratic Party der populärere Kandidat war – mit stets steigenden Tendenzen und ohne „Super-Pacs“ – also ohne monetäre Faust von Konzernen und Milliardären im Rektum. Hillary hat sich die Kandidatur erkauft und ist dann an dem milliardenschweren orangen Alientoupet aus New York City gescheitert. Die tololololollste Plutokratie Demokratie der Welt! Darüber berichtet im deutschen Blätterwald aber fast niemand. Auf der HuffPo finde ich etwas dazu.

http://www.huffingtonpost.de/news/hillary-clinton/

Fasznierend, denke ich: Vom triefenden Clickbait am 21.09. zur totalen Desillusionierung in anderthalb Monaten.

Ich sehe hier ein Problem: Wir, also die Menschen, fokussieren uns mit Vorliebe auf Symptome, statt einem Problem wirklich auf den Grund zu gehen. Im US-Wahlkampf wurde die Frau als solche vermarktet – weil Gender wirkt und so. Das ist an sich nicht grundsätzlich falsch, Gleichberechtigung allez!, aber: Das System ist korrupt. Das Kapital kauft Entscheidungsträger und beeinflusst die Gesetzgebung zu seinen Gunsten. Das hat nichts mit Männlein oder Weiblein zu tun. Es ist die Gier.

Gräuel

Ich öffne meine Augen, doch mehr als einen kleinen Streifen Licht können meine trüben Pupillen nicht einfangen. In dem Lichtstreif wabert die modrige Luft, die ich gezwungen bin zu atmen, angereichert mit Staub und undefinierbaren Partikeln. Überall ist Dreck. Unter mir, über mir und auf mir, in jeder Pore und Falte meines geschundenen Körpers, an dessen Schmerzen ich mich fast gewöhnt habe. Ich überlege aufzustehen, wenigstens den Kopf zu heben, doch sollte überhaupt ein neuronaler Impuls durch meine Körper geflossen sein, ist er irgendwo zwischen Rückenmark und Beinen versandet. Ich kann nicht. Angst übermannt mich. Dann fallen meine Augen zu.

Ein neuer Schmerz reisst mich aus dem Nichts. Für einen kurzen Moment gruben sich Zehen in meine Brust. Jemand ist über mich gefallen, auf mir gelandet und dann zu Boden gesackt. Nun starren wir uns gegenseitig an, bewegungsunfähig und stumm. Bevor sich ihre Augen schließen, meine ich ein kurzes, leises Brummen zu hören. Atmet sie noch? Ein Erinnerungsfetzen schießt in mein Bewusstsein: Auch ich stürzte, denn meine Beine versagten ihren Dienst – konnte mein eigenes Gewicht nicht mehr tragen.

Meine erneute einsetzende Bewusstlosigkeit realisierte ich gar nicht. Mein linkes Auge blickt immer noch auf den reglosen Körper meiner Nachbarin. Ich bin mir fast sicher, dass sie tot ist. Ich möchte sie ansprechen, anstupsen, doch meine Muskeln verweigern jegliche Bewegung. Wie ein einziger endloser Glockenschlag hält mich die pulsierende Taubheit am Boden. Wann habe ich das letzte Mal etwas getrunken? Ich weiß es nicht. Die fast vertraute Dunkelheit schlägt ihre stumpfen Krallen in meinen Geist.

 

Um mich herum ein Gewühl von gesichtslosen Gestalten. Meine Sinne sind geschärft. Jedes Geräusch gräbt sich in mich und scheint mich zu spalten wie der Blitz den Baum. Jeder Lichtimpuls erzwingt ein retinales Feuerwerk aus weißem Schmerz. Der Gestank brennt sich durch meine verstopften Atemwege. Der Boden ist trügerisch warm, mir wird heiß, dann kalt, dann wieder heiß. Das unruhige Gemurmel um mich herum wird lauter. Sieht mich niemand?

Das dumpfe Dröhnen findet ein abruptes Ende. Ich kann den Lichtstreif nicht finden, das Schwarz ist vollkommen. Ich atme langsam ein. Die Angst weicht von mir. 

http://www.upc-online.org/fouling.html

Erinnerung

Halloween, dieses alljährliche Schauspiel aus den US von A, ist auf einen Schokoladen-Magnaten namens Willy Wonka zurückzuführen. Im frühen Herbst 1948, als der geneigte US-Bürger merkte, dass Schokolade aus Kakaobohnen hergestellt wird, die, unter anderen, aus fiesen südamerikanischen Sozialistenstaaten stammten, strich er dieses widerliche Kommi-Gemüse von der Einkaufsliste. Mit der Folge, dass der US-Markt für die braune Sünde in sich zusammen brach. Um diesem plötzlichen Konsumumschwung entgegenzusteuern, erfand der gewiefte Wonka ebenjenes Halloween. Eine Nacht im Jahr, in der Dumm und Dümmer von  Haus zu Haus zu ziehen, um „Trick or Treats“ zu fordern – also auf Deutsch: Süßes sonst gibts Saures, du Otto! Saures bedeutet in diesem Kontext so viel wie: Lass den Süßkram rüberwachsen, oder ich deck‘ dir deine scheiß Bude mit alten Eiern ein, bis deine Hypothek platzt. 1949, noch vom Schwefelgestank der vorjährigen „Xmas Season“ traumatisiert, rüsteten amerikanische Hausbesitzer auf, indem Sie erst ihre Vorgärten, später, ab den  frühen ’50ern, das ganze Haus mit gruseligen Utensilien zupflasterten. Särge, Skelette, Monster, Aliens, Spinnen und Co. Eben alles, was den kleinen, eierwerfenden Plagen Angst einflößen könnte. Doch hatten Sie ihre Rechnung nicht mit dem Einfallsreichtum ebenjener Rotzlöffel gemacht, die sich unbeeindruckt vom gruseligen Brimborium und ganz im Geiste der USA im Angriff übten und seit dem als maskierte Parade des Vorhofes zur Hölle durch die Suburbs ziehen, um ihre hyperaktivitätsfördernden Treats einzufordern. Willy Wonka, geborener Hanzo aus der Präfektur Hokkaido, setzte 1956 mit einer Zuckerstange zum Seppuku an und bereitete seinem schmachvollen Leben ein Ende.

Zurecht! Denn sechzig Jahre später leben wir in einer Zeit, in der… naja… ausgewachsene Menschen, auch „Eltern“ genannt , filmen, wie sie ihren Kindern erzählen, sie hätten alle erpressten Süßigkeiten gegessen, ohne dem Kind auch nur einen Lolli übrig zu lassen. Das Ganze stellen die stolzen Eltern dann Online – inklusive dem erwartbare Geplärr und Geheule dieser Kinder – teilen es und lassen sich freudestrahlend von Dritten beklatschen. Hahahahahaha, der kleine Scheißer heult wie ein Mädchen, hahahahaha. Kuck ma Jerome-Kevin, ich hab dich nur verarscht, hahahahaaha, is‘ ja noch alles da.

Umfrage #1

Deine Landsleute sind sauer. Sie fühlen sich verraten, verkauft, abgehängt und drohen eine Rechtsradikale zur Präsidentin zu wählen. Das kannst du durch einen eigenen Wahlsieg verhindern.

Zweitausendsiebenzehn

Erinnern Sie sich an das Jahr 2007? Damals krachte die Weltwirtschaft in sich zusammen – wegen der Subprime-Krise, unter anderem. Vorher hatten sich US-Banken mit faulen US-Immobilienkrediten vollgesogen (bedeutet, dass hier wahllos Kredite vergeben wurden, um den American-Dream am Leben zu halten). Diese Kredite wurden dann hübsch in Fonds verpackt und verkauft, bis keiner mehr wusste, was, wer, wo, wie verpackt und verscherbelt und somit diese „toxischen Papiere“ selbst gekauft hatte, genial!!! Zwischenergebnis: Keine Bank traute der anderen über den Weg, wodurch die Kreditvergabe zwischen den Banken auf nahe Null sank und der ganze Schlamassel begann. In Deutschland haben wir dadurch gelernt, dass nicht nur der HSV nicht mit Geld umgehen kann, sondern auch die HSH. Oder die Hypo Real Estate. Oder die Bayern LB. Oder die WestLB. Etc. pp.

Nun darf ich Ihnen mitteilen, dass die Verschuldung der US-Haushalte wieder über dem Stand von 2007 liegt. Innerhalb der vergangenen 12 Monate hat sich der Schuldenstand um 500 Milliarden, auf 12,8 Billionen, erhöht (+4,1%). Ich spreche hier von privaten Schulden – Kreditkarten, Haus- oder Autokredite usw.. Bedeutet: Jeder US-Amerikaner hat im Schnitt 1.550 $ Schulden angehäuft – in den vergangenen 365 Tagen. Bei einem pro Kopf BIP von 57.300 $ hat jeder 39.700 $ Schulden und müsste, um diese abzuzahlen, 8,3 Monate arbeiten. Nun gibt es einige wenige, die brauchen gefühlte 3,4 Stunden um diese knapp 40.000 $ zu erwirtschaften – die haben i.d.R. aber keine Schulden sondern sitzen auf einem fetten virtuellen Berg aus Geld. Auf der anderen Seite gibt es eine stetig wachsende Zahl, die an der US-Wohlstandsmaschinerie nicht (mehr) teilnehmen – hier sollten die 8,3 Monate um ein vielfaches überschritten werden. Yeay!

„Michael Lebowitz, the cofounder of the market-analysis firm 720 Global, says the US economy is already dangerously close to the edge.“

und der IWF fand heraus:

„high debt levels tend to make economic downturns deeper and more prolonged.“

Es wird noch witziger. US-Banken sind ja lernfähig. Also schreiben sie sich  in die AGB’s, dass der Kunde König ist eventuelle Streitigkeiten durch ein Schiedsverfahren beilegen muss. Das hatte die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB zwar blockiert, der US-Senat  hat diese Blockade aber nun mit 51/50 Stimmen gekillt. Kurz: Nix Gericht und somit auch nix mehr Sammelklage. Für die Deutschen unter uns: „Eine Sammelklage ist eine  zivilrechtliche Klage, die im Falle ihres Erfolgs nicht nur dem Kläger Ansprüche verschaffen, sondern jeder Person, die in gleicher Weise wie der Kläger betroffen ist – unabhängig davon, ob sie selbst geklagt hat. Verbraucher profitieren von dieser Regelung, weil sie Geld erstattet bekommen können, ohne ein eigenes kostspieliges Verfahren führen zu müssen. Innerhalb einer Demokratie, also ein adäquates Mittel um eine große Gruppe gegen dunkle Machenschaften zu stärken.“

Somit stehen US-amerikanische Bankkunden nun noch eine Stufe unter deutschen VW-Kunden. Also irgendwo zwischen Softwareupdate und vollkommen am Arsch.

Der Chef-Lobbyist der US-Banken nennt das ganze

„Today’s vote puts consumers first rather than class-action lawyers“

Weil das ja klar ist! Same same but different. And still same!

Ich sage mal, dass die US-Banken für das, was da kommen mag gerüstet sind. Haha, this is going to be awesome!

 

Vom Tag der Deutschen Zwietracht nach Utopia

Knapp eine Woche nach der 19. Bundestagswahl jährt sich der Tag der Deutschen Einheit zum 27. Mal. Wie soll man darauf reagieren, nach diesem Wahlergebnis und den nicht enden wollenden Ansagen der Union, man solle doch gefälligst wieder nach rechts rücken. Etwa dieser CDU-Tillich, der der AfD nachplappert, dass Deutschland Deutschland bleiben muss – weil die Leute das nun mal so wollen und:

Stanilslaw Tillich, CDU, Ministerpräsident Sachsen: "Wir haben Platz gelassen recht von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr fürwählbar gehalten."

Statt den ernsthaften Versuch zu starten die Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu führen, will Herr Tillich also nach rechts rücken? Was. Ist. Das. Für. Ein. Scheiß. Signal? Fun Facts: Tillich ist sorbischer Abstammung. Und nach, ich nenne es mal „zweifelhafter“, Karriere in der Ost-CDU, kümmerte er sich ab 1990 innerhalb der CDU um die Belange ebenjener Ethnie. Herr Tillich spricht, neben Obersorbisch, Deutsch und Polnisch, auch Englisch, Französisch und Tschechisch. Sein Bundesland, dem er seit 2008 vorsteht, hat die geringste pro Kopf Verschuldung, seit seinem Amtsantritt hat sich der Schuldenstand gar halbiert – auf den Kopf gefallen ist der Mann also nicht. Im Fach Geschichte weist er allerdings arge Defizite auf – anders kann ich mir nicht erklären, dass ein Sorbe den AfD-Rassisten entgegenkommen will. Weiterlesen „Vom Tag der Deutschen Zwietracht nach Utopia“

Ist der Homo Economicus zu dumm für die Demokratie, oder schlicht zu faul?

cheap labor

Nach dem Wahlsonntag zunächst die guten Nachrichten:

1.) 76,2% Wahlbeteiligung (2013: 71,5% & 2009: 70,8%)

2.) Die SPD geht in die Opposition und bewahrt uns vor einer „Oppositionsführerin“ namens AfD

3.) Der Linksableger der AfD in Bayern, CSU, verliert 10,5% der Zweitstimmen

4.) Die NPD fällt unter 0,5% und somit aus der Parteienfinanzierung heraus

Nun die schlechten Nachrichten:

1.) 76,2% ist der drittschlechteste Wert seit 1949

2.) Die SPD geht vier Jahre zu spät in die Opposition

3.) Die bayerische CSU hat eine „offene rechte Flanke“ und wird auch im 19. Deutschen Bundestag sitzen

4.) Die erhöhte Wahlbeteiligung hilft eigentlich nur den Blaufaschisten

5.) Wie weite Teile in der CDU, leidet auch Norbert „Kein Votum für einen Regierungswechsel“ Lammert unter akutem Realitätsverlust

6.) Die SPD-Spitze ist immer noch nicht zurückgetreten

Wahltag

Der Sonntag startete überraschend freundlich. Die Sonne schien, es war angenehm warm. Noch vor 11 Uhr machte ich mich auf in mein Wahllokal und stellte dort müde Gesichter und gähnende Leere fest. Gut, „ist ja nicht mal 11 Uhr“ dachte ich mir, legte meinen Rucksack ab und setzte mich in meine Wahlkabine. „Bleistift?!?“ schoss es mir durch den Kopf, als ich den kleinen Schreibhelfer, der hilflos an einer Kordel baumelte, fokussierte. „Warum nimmt man diese vorsintflutliche Möglichkeit einer Wahlmanipulation in Kauf? Sind die Kuli-Preise an den Butter-Preis gekoppelt und somit unerschwinglich?“ (In dem Fall kann gerne ein paar tausend „Give-Aways“ aus der Firma mitbringen – wir schwimmen in Kulis! Es soll Kolleginnen geben, die Ihre Sprösslinge morgens im Kuli-Bad abgeben) Verstanden habe ich das bis heute nicht. Auch der Bundeswahlleiter konnte oder wollte mir keine zufriedenstellende Antwort geben.

Snap8

Also kramte ich meinen Kuli aus dem Rucksack, setzte meine beiden antifaschistischen Kreuze, grüßte die Wahlhelfer und zog von dannen.

18:00 Uhr. Mit einem befreundeten Pärchen und einem halben Kühlschrank voll Gerstensaftschorle öffne ich den ZDF-Livestream und bekomme dort keinen Big Bang, nicht mal eine Überraschung vorgetragen, leider. Es ist also von nun an zu befürchten, dass die AfD die Regierenden direkt vor sich her treibt, statt via BILD, Spiegel, Focus und Co. Einzig die unverzügliche Oppositionsansage der ehemaligen SPD bereitet an diesem Abend ein Silver-Lining Moment. *plopp* Das erste Helle muss herhalten. Es ist 18:09 Uhr.

„Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.“

Nico Semsrott

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