Grüße, Fremde!

Pessimistische Grüße an die lieben Leserinnen und Leser an den Empfangsgeräten,

er, bzw. ich – also wir – begrüßen euch herzlich auf unserem Blog. Inspiriert vom täglichen  Trott des Lebens, dem Wahnsinn als Triebfeder der politischen & gesellschaftlichen  Denke; etikettiert von Schopenhauer’s Stachelschweinen.

Zwei Misanthropen im fortgeschrittenen bzw. Endstadium (was die aufkommende Schizophrenie erklärt) kommentieren Themen, die sie bewegen.
Hier verbalvomieren Philipp & Philipp. Kurz: Philipp

 

 

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Die Stachelschweine

„So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.“ 

Arthur Schopenhauer, Hystrix Cristatae, 1851

Rant: Die Schweineartigen

Rant:

To talk agressivly about somthing. or to take your own tangent about a subject and talk for a long time in a passionate manner.

Schweineartige:

Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Schweineartige (Suina)
Familie: Echte Schweine (Suidae)
Gattung: Sus

Eine kleine Exkursion in die Zoologie: Grundkonzept der zoologischen Systematik nach Carl von Linné, ist „die typologische Definition der Art, das heißt die Reduzierung der Merkmalsfülle auf einige wenige Schlüsselmerkmale und die Abstrahierung von den Variationsmöglichkeiten innerhalb einer Art auf einen Typus. Seine Gruppierung spiegelte für die niedrigen Taxa wie Art und Gattung durchaus ein natürliches System wider. Doch hatte auch Linné bereits erkannt, dass seine Einteilung für höhere Taxa aufgrund der recht willkürlichen Kriterien ein künstliches System blieb. Denn bei alledem ging Linné von der Unveränderlichkeit der Arten aus und beabsichtigte nicht, ein phylogenetisches System zu schaffen. Dieses bot dann später erst Begründung und Maßstab für die Natürlichkeit des Systems.“ Verstanden? Nein? Gut! Ich breche es auf einen einfachen Nenner herunter:

Weiterlesen „Rant: Die Schweineartigen“

Vom Tag der Deutschen Zwietracht nach Utopia

Knapp eine Woche nach der 19. Bundestagswahl jährt sich der Tag der Deutschen Einheit zum 27. Mal. Wie soll man darauf reagieren, nach diesem Wahlergebnis und den nicht enden wollenden Ansagen der Union, man solle doch gefälligst wieder nach rechts rücken. Etwa dieser CDU-Tillich, der der AfD nachplappert, dass Deutschland Deutschland bleiben muss – weil die Leute das nun mal so wollen und:

Stanilslaw Tillich, CDU, Ministerpräsident Sachsen: "Wir haben Platz gelassen recht von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr fürwählbar gehalten."

Statt den ernsthaften Versuch zu starten die Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu führen, will Herr Tillich also nach rechts rücken? Was. Ist. Das. Für. Ein. Scheiß. Signal? Fun Facts: Tillich ist sorbischer Abstammung. Und nach, ich nenne es mal „zweifelhafter“, Karriere in der Ost-CDU, kümmerte er sich ab 1990 innerhalb der CDU um die Belange ebenjener Ethnie. Herr Tillich spricht, neben Obersorbisch, Deutsch und Polnisch, auch Englisch, Französisch und Tschechisch. Sein Bundesland, dem er seit 2008 vorsteht, hat die geringste pro Kopf Verschuldung, seit seinem Amtsantritt hat sich der Schuldenstand gar halbiert – auf den Kopf gefallen ist der Mann also nicht. Im Fach Geschichte weist er allerdings arge Defizite auf – anders kann ich mir nicht erklären, dass ein Sorbe den AfD-Rassisten entgegenkommen will. Weiterlesen „Vom Tag der Deutschen Zwietracht nach Utopia“

Ist der Homo Economicus zu dumm für die Demokratie, oder schlicht zu faul?

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Nach dem Wahlsonntag zunächst die guten Nachrichten:

1.) 76,2% Wahlbeteiligung (2013: 71,5% & 2009: 70,8%)

2.) Die SPD geht in die Opposition und bewahrt uns vor einer „Oppositionsführerin“ namens AfD

3.) Der Linksableger der AfD in Bayern, CSU, verliert 10,5% der Zweitstimmen

4.) Die NPD fällt unter 0,5% und somit aus der Parteienfinanzierung heraus

Nun die schlechten Nachrichten:

1.) 76,2% ist der drittschlechteste Wert seit 1949

2.) Die SPD geht vier Jahre zu spät in die Opposition

3.) Die bayerische CSU hat eine „offene rechte Flanke“ und wird auch im 19. Deutschen Bundestag sitzen

4.) Die erhöhte Wahlbeteiligung hilft eigentlich nur den Blaufaschisten

5.) Wie weite Teile in der CDU, leidet auch Norbert „Kein Votum für einen Regierungswechsel“ Lammert unter akutem Realitätsverlust

6.) Die SPD-Spitze ist immer noch nicht zurückgetreten

Wahltag

Der Sonntag startete überraschend freundlich. Die Sonne schien, es war angenehm warm. Noch vor 11 Uhr machte ich mich auf in mein Wahllokal und stellte dort müde Gesichter und gähnende Leere fest. Gut, „ist ja nicht mal 11 Uhr“ dachte ich mir, legte meinen Rucksack ab und setzte mich in meine Wahlkabine. „Bleistift?!?“ schoss es mir durch den Kopf, als ich den kleinen Schreibhelfer, der hilflos an einer Kordel baumelte, fokussierte. „Warum nimmt man diese vorsintflutliche Möglichkeit einer Wahlmanipulation in Kauf? Sind die Kuli-Preise an den Butter-Preis gekoppelt und somit unerschwinglich?“ (In dem Fall kann gerne ein paar tausend „Give-Aways“ aus der Firma mitbringen – wir schwimmen in Kulis! Es soll Kolleginnen geben, die Ihre Sprösslinge morgens im Kuli-Bad abgeben) Verstanden habe ich das bis heute nicht. Auch der Bundeswahlleiter konnte oder wollte mir keine zufriedenstellende Antwort geben.

Snap8

Also kramte ich meinen Kuli aus dem Rucksack, setzte meine beiden antifaschistischen Kreuze, grüßte die Wahlhelfer und zog von dannen.

18:00 Uhr. Mit einem befreundeten Pärchen und einem halben Kühlschrank voll Gerstensaftschorle öffne ich den ZDF-Livestream und bekomme dort keinen Big Bang, nicht mal eine Überraschung vorgetragen, leider. Es ist also von nun an zu befürchten, dass die AfD die Regierenden direkt vor sich her treibt, statt via BILD, Spiegel, Focus und Co. Einzig die unverzügliche Oppositionsansage der ehemaligen SPD bereitet an diesem Abend ein Silver-Lining Moment. *plopp* Das erste Helle muss herhalten. Es ist 18:09 Uhr.

„Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.“

Nico Semsrott

Weiterlesen „Ist der Homo Economicus zu dumm für die Demokratie, oder schlicht zu faul?“

Hey Du! Ja, Du! Bist du wütend?

An die Wütenden, die Protestwähler, die Abendländler, Pegidisten. An die AfD-Sympathisanten.

Du hast Angst. Du fühlst dich abgehängt, vergessen, ausgegrenzt, „umvolkt“, verfolgt. Manche deiner Ängste verstehe ich, andere wurden dir, in meinen Augen, von verbitterten alten Menschen in den Kopf gepflanzt. Flapsig gesagt, hattest ausnahmsweise mal du Pech, weil du eben geboren wurdest wo du geboren wurdest und dein Umfeld eben war und ist was es ist. Niemand kommt als sogenannter „fremdenfeindlicher Wutbürger“ auf diese Welt. Jeder beginnt bei Null und saugt im Laufe seiner Kindheit auf, was um ihn herum gesagt und getan wird. Daher richtet sich dieser Blogpost an die Jüngeren- sagen wir unter 40-Jährigen. Was du da aufgesaugt hast, ist eine Ideologie die die Menschheit vor über siebzig Jahren an den Rand ihrer Existenz brachte. Hass, Missgunst, Rassendenken, eine daraus resultierende wahnsinnige Rüstungsspirale und der Fall jeglicher Hemmungen anderem Leben gegenüber, führten zu dem, was dir deine „Vordenker“ nun als Lösung für heutige Probleme verkaufen. Das sind keine Vordenker. Das sind Hängengebliebene, die von einem Land träumen, dass es so nie gab. Die AfD ist keine Lösung deiner Probleme. Im Gegenteil. Die AfD ist im Kern das, was dich dazu bringt dich abgehängt, ausgegrenzt und vergessen zu fühlen. Sie ist eine Partei der Privilegierten und deren Speichellecker. Eine Partei die den „kleinen Mann“ schröpfen wird und ihm ein Welt- & Familienbild aufzwängt, das in keinster Weise einem freien & friedlichen Weltbild entspricht. Eine Partei, die deine Ängste bedient indem Sie dir eine „Umvolkung“ als Kern deiner Probleme darstellt und dich so zum vermeintlich Verfolgten macht. Eine Partei, die den von dir aufgesaugten Argwohn Fremden und Fremdem gegenüber potenziert und deine Wut aufkocht, bis nicht mehr viel anderes übrig bleibt. Doch, fast nichts davon hält einem nüchternen Abgleich mit der Realität stand. Wut war noch nie ein guter Ratgeber. Wut ist eine zerstörerische Kraft, dabei berufst vielleicht auch du dich auf deine „christlich geprägte, abendländische Kultur“ und dass die Bibel, im Gegensatz zum verhassten Koran friedvoll ist. Nun, wenn du Gläubige/r bist: der Bibel nach, schuf Gott die Welt in sieben Tagen. Diese sieben Tage waren sicherlich nicht von Wut geprägt, oder? Viel mehr von Empathie, also Mitgefühl und Kreativität – Immerhin hat er einen perfekten Planeten für seine Schöpfung geschaffen. Einer unter Trilliarden.

Ja, es gibt eine große Fluchtbewegung von Süden nach Norden und somit viele Flüchtlinge und auch Einwanderer. Unter diesen befinden sich sicherlich auch Glücksritter – oder wie du sie nennen magst: „Sozialschmarozer“, oder gar „Volksschädlinge“. Auch hasserfüllte Terroristen sind darunter, wenn auch sehr, sehr wenige. Hasserfüllt! Da ist sie wieder, diese unsägliche Wut. Davor kann einem Angst und Bange werden. Ja, es sind viele Fehler gemacht worden, seitens Sicherheitsbehörden – schlicht und einfach, weil sie auf der einen Seite nicht effizient arbeiten, aber sicherlich auch, und das ist die andere Seite, weil dort eben nicht Ideologiefrei, also ohne Scheuklappen, gearbeitet wird.

Du hast es verstanden, du hast dir Augen offen und erkannt, dass es nicht sonderlich Gerecht zugeht in diesem Land; in dieser Union; auf dieser Welt. Und doch gehörst du, global gesehen, zu den wenigen Menschen die in Sicherheit leben – auch wenn es hier den einen oder anderen islamistisch motivierten Anschlag gab und geben wird. Dort, wo die Großzahl der Flüchtlinge herkommen, würde ich es keinen Tag lang aushalten wollen, geschweige denn können – und du auch nicht. Flüchtende und bereits geflohene sind das Symptom von globalen Problemen – von der perverstierten Wohlstandsverteilung bis zu beschleunigten Klimaveränderungen – aber nicht die Ursache.

Lass dir eines gesagt und garantiert sein: Du hättest keinen Cent mehr in der Tasche, gäbe es diese Zuwanderung nicht.

Warum? 1998 ist die SPD, in Gestalt von Gerhard Schröder, gänzlichen von der Sozialdemokratie abgerückt und hat mit der AGENDA 2010 ein Arbeitsmarktmodell geschaffen, das mehr Menschen in Arbeit und gleichzeitig mehr in Armut bringt. Sie ist von links nach rechts gerückt. Verloren haben die kleinen Leute, die schwächsten der sozialen Schichten. Weil sie, anders als Konzerne, keine starke, vor Geld überquellende Lobby haben, keinen direkten Zugang zu den Mächtigen der Politik. Gewonnen haben ebenjene mit Macht und Einfluss: Arbeitgeber, Aktionäre, Großgrundbesitzer. Also die, die ohnehin schon viel Geld besaßen. Nach Schröder und der anschließenden zweiten GroKo der BRD, kam Schwarz-Gelb. Der neo-liberale Turbokapitalismus nahm groteske Züge an – Sinnbildlich steht die Mövenpick-Steuer der FDP, kurz: Klientelpolitik. Die FDP flog eine Legislaturperiode später wohlverdient und krachend aus dem Bundestag. Angela Merkels CDU bekam wiederum die SPD als Juniorpartner ihrer Regierung und bewegte sich augenscheinlich nach links, in die Mitte. Böse Zungen behaupte gar über die Mitte hinaus. Aber stimmt das? Frau Merkel ist eine Machtpolitikerin, die, in meinen Augen, der Macht willen an der Macht bleibt. Sie hat viele potente Nachfolger/innen kaltgestellt und sich zu jener Alternativlosigkeit gemacht von der sie so oft sprach. Doch sollte es, in einer gesunden Demokratie, niemals zur Alternativlosigkeit kommen. Dass die AfD diese Steilvorlage aufgenommen hatte war ebenso erwartbar wie fatal. Es hätten sich Menschen zu einer Alternative formen können, die mit Feingefühl, rationaler Logik und gesundem Menschenverstand an einer europäischen Zukunft bauen würden. Stattdessen schuf Lucke eine Partei der Euroskeptiker – dabei profitiert kein Wirtschaftsstandort in der EU so sehr wie der Deutsche. Im Gegenteil: Durch die Agenda 2010 blüht der DAX und wuchs in nie gesehene Höhen. Aus Euroskepsis wurde bald Europaskepsis, dabei haben viele andere Mitgliedstaaten deutlich dringendere Gründe an der EU zu zweifeln. Schließlich wurde Lucke von den Geistern die er rief beseitigt. Die Partei rutscht seit dem immer weiter nach rechts. Es gibt so viele verbitterte und, um es offen und ehrlich zu sagen, kranke Menschen in dieser Partei, die eigentlich professionelle Hilfe benötigen, aber bestimmt keinen Landes- oder Bundesvorsitz einer Partei – oder überhaupt ein Mandat. Diese Menschen leben in einer Welt der Ausgrenzung und des Hasses, sie bringen nichts gutes zustande – vielleicht, weil sie gar nichts gutes kennen, weil ihr Leben die Hölle war und ist. Dafür können sie unter Umständen gar nichts, was die eigentliche Tragik dieser Partei beschreibt. Nun sitzen die Gaulands, Höckes, Poggenburgs, Luths, Weidels und wie sie alle heißen bald im Bundestag und verbreiten dort ihr krankes Weltbild. Ein Weltbild, dass nichts neues erschaffen vermag sondern alte Wunden aufreißt und längst überwundene Reflexe wiederbelebt.Und wenn du sie dann gewählt haben solltest, hast du dich aktiv dazu entschieden, dich aus der großen Gemeinschaft auszugrenzen und einen Weg von Hass und und noch viel mehr Leid zu gehen als wir es die Nachkriegsära gewohnt waren. Diese Entscheidung wird für vier verdammte Jahre nicht revidierbar sein!

Also bitte ich dich: Prüfe dein Gewissen, ob du den dreisten Lügen, der kleingeistigen Hetze und dem Nationaldenken folgen willst oder ob du dich nicht doch lieber mit Freundlichkeit und Offenheit anderen Menschen zuwendest, das Gute in dir und ihnen zu suchen und dieses Land lebenswerter zu machen, statt abgeschottet.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten seinen Unmut auszudrücken. Auch ich bin alles andere als zufrieden mit dem derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Gesamtbild. Doch weiter, viel weiter weg als ich es schon von den meisten etablierten Parteien bin, bin ich es von den Faschisten in der AfD. Ich hoffe du auch.

Gruß

Philipp

Niederlage

Dies ist das Eingeständnis einer Niederlage.

Der Idealismus hat versagt; die Bequemlichkeit hat den Sieg an allen Fronten errungen. Nichts bleibt, außer unserem eigenen Versagen.

Ich klage uns alle an, nicht das getan zu haben, was erforderlich gewesen wäre, um das Leben an sich zu erhalten. Um des eigenen Vorteils willen, haben wir unsere Lebensgrundlagen rücksichtlos ausgebeutet. Statt aber unser Fehlverhalten anzuerkennen und den Kurs zu korrigieren halten wir uns die Augen und Ohren zu und singen laut den Titelsong zu „La la Land“.

Jetzt ist es zu spät; die Niederlage unabwendbar. Der Mensch hat versagt und muss nun aus dem Hier und Jetzt weichen. Hurrikan Irma war nur ein Vorbote der Vollstreckung des Urteils, das wir über uns selbst gebracht haben.

Aber verzaget nicht, Ihr Kinderlein, denn Gott, der Alexander Dobrindt und Alexander Gauland nach seinem Ebenbilde schuf, wird uns alle retten und jeden und jede mit Amazon Prime und Netflix auf eine iCloud im Himmelreich für alle Ewigkeit verbannen…

In diesem Sinne und gegen den (hypothetischen)  Willen von Harald Juhnke: O-Zapft ist ab sofort das ganze Jahr, also auch für Amateure, und die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für sämtliche Gelage!

Cheers!

http://nymag.com/daily/intelligencer/2017/07/climate-change-earth-too-hot-for-humans.html

 

Hassliebe

Hallo Internet,

ich bin es, Philipp. Wir kennen uns seit fast 20 Jahren, die rosarote Brille hat lange gehalten. Du bist einmalig! Ein modernes Weltwunder. Aber… heute will ich dir sagen, dass ich dich hasse. Abgrundtief. Guck nicht so, du ahnst doch selbst warum das so ist – oder? Ich meine… es liegt auf der Hand – du passt nicht zu mir!

Ich hasse dich, weil du es ermöglichst, dass niemand mehr pünktlich sein muss oder will – er/sie kann ja eine Entschuldigung-Verspätungsnachricht senden. Via dich, via Internet.

Ich hasse dich, weil du die Kakophonie des 21. Jahrhunderts transportierst. Weil du jedem Menschen, der auch nur eine simple E-Mailadresse besitzt ein Megaphon an die virtuelle Kauleiste transplantierst.

Ich hasse dich, weil du nahezu alles so viel einfacher gemacht hast, dass wir gar nicht bemerken, dass es zu einfach ist, um gut, um nachhaltig zu sein.

Ich hasse dich, weil du ein vielfaches mehr an schlechten Nachrichten, Hass & Ausgrenzung transportierst als Austausch, Wissen & Liebe.

Ich hasse dich, weil du es fertig bringst, dich als totales Überwachungsinstrument missbrauchen zu lassen.

Ich hasse dich, weil die Abgründe, die du offenbarst unendlich sind.

Ich hasse dich, weil ich Hass ablehne – du ihn aber in mir weckst.

Liebes Internet,

du bist gar nicht das Problem. Wir sind es – du bist nur das Medium.

In Liebe

Philipp

Wahlkampf für den rechten Rand

Sollte man längere Zeit verreist gewesen oder im Koma gelegen haben, reibt man sich dieser Tage wohl verwundert die Augen. Was hier mittlerweile alles möglich ist, um den Blaufaschisten* irgendwie das Wasser abzugraben – In Hamburg werden zwei flaschenwerfende Kids zu drakonischen Haftstrafen verknackt. Respekt, Rechtsstaat – du hast ja doch Mittel und Wege?! Und das ganz ohne Gesetzesänderungen? Warum klappt das nicht überall? Und warum setzt du einen dicken stinkenden Haufen auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit? Teenies zu knapp zweieinhalb Jahren Haft verurteilen, weil sie (angeblich) eine Glasflasche auf einen vollgepanzerten Polizist geworfen haben? Gut, Gewalt lehne ich grundsätzlich ab – aber darf ich noch mal auf die Verhältnismäßigkeit hinweisen? Oder auf Artikel 3.(3):

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Auf der anderen Seite des politischen Beckens wird – nahe zu zeitgleich – ein neunfach vorbestrafter, rotzbesoffenener Hooligan, der am Rande einer PEGIDIOTEN™-Demo einem RT-Kameramann (Witz komm raus) den Schädel brach, zu 15 Jahren Knast verurteilt… Haha, kleiner Scherz von mir: zu 4.950 EUR Geldstrafe verurteilt. Er musste dafür nur ein Geständnis ablegen und reue zeigen.

Weiterlesen „Wahlkampf für den rechten Rand“

Urlaubsgedanken

Es ist heiß, fast schon zu heiß. Also sitze ich im Schatten und scrolle mit dem Daumen durch das, was wir heute Timeline nennen. Ein Artikel des SPIEGEL fängt mein Interesse, ein kurzer Tap öffnet den Link und so beginne ich zu lesen, von „Streit der Ökonomen“ … „Deutschland allein zu Haus“ … „Alte Dogmen ablegen“ … „Auseinanderdriften von Einkommen“ … „Zu viele Verlierer der Globalisierung und Privatsierung“ … „die Amis, die Briten, die „Financial Times“, die Weltbank, der „Economist“, die Bank of England, bei manchen Fragen 90 Prozent der Euro-Zentralbanker, mindestens ein halbes Dutzend Nobelpreisträger, selbst konservative Ökonomen wie Kenneth Rogoff oder Charles Wyplosz, die Spanier, die Grünen, die Österreicher, die Griechen, sogar Chefs deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute sowie – Umfragen zufolge – ein Großteil jener Ökonomen, die bei uns jenseits der heiligen Orthodoxie von Sachverständigen, Bundesbank und Ifo-Institut wirken. Also eigentlich die ganze Welt. Gegen uns.“ – Also nicht gegen mich und dich, sondern gegen Schäuble und Co.. Schweiß rinnt mir die Nasenspitze hinab und landet auf meine Schoß. Ich wundere mich über die Standhaftigkeit des ewig sitzenden Mannes, der den „Deutschen Weg“ noch immer für den richtigen hält. Wie lange noch?

Ich schaue ins Grüne, zwei Fliegen streiten sich um den Titel „größte Nervensäge des Tages“: Die eine Fliege fliegt immer und immer wieder gegen die Terrassentür und erzeugt dabei ein bemitleidenswertes, dumpfes Geräusch, während sich die zweite Fliege immer wieder auf mir niederlässt, aber postwenden verjagt wird. Ich grinse in mich hinein, als ich Nr. 1 Wolfgang und Nr. 2 Martin taufe.

Nachtrag: Wer wir sein wollen

Deutsche Klimaziele nur noch mit Liste des Schreckens erreichbar

Aha. Notwendige Veränderungen werden uns als „Liste des Schrecken“ verkauft. Dazu eine Frage: Wie soll man irgendeine Hoffnung auf Besserung konservieren, wenn so mit diesem Thema umgegangen wird?

By the way offenbart das ganze die widerliche Bigotterie der letzten 18 Stunden. Ein Jonald T. Dump wird medial und politisch zerrissen, weil er tut was er immer angekündigt hat – einen großen Haufen auf den Klimaschutz setzen! Unsere Bundesregierung sonnt sich derweil im Lichte des Pariser Klimaschutzabkommens, versagt bei der Umsetzung aber auf ganzer Linie – wo wir wieder bei den Wirtschaftsinteressen sind, die über allem stehen.

Es gibt Tage, da kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.

Adieu